Fett ist KEIN Geschmacksträger

Du kennst sicherlich den Spruch „Fett ist ein Geschmacksträger“.

Dieser wird hauptsächlich von Köchen verwendet, die rechtfertigen möchten, dass sie viel Fett in die Pfanne kippen oder viel Öl in ein Salatdressing rühren. Genauso gerne zitieren Gourmets diesen Spruch, während sie leibesfüllig dick Butter auf ihr Brot schmieren.

Tatsächlich aber hat Fett überhaupt nichts mit dem Geschmack zu tun. Wer sich allein auf die 5 Geschmacksrichtungen, die die Zunge wahrnehmen kann (süß, sauer, bitter, salzig und umami) fokussiert, erkennt keinen Unterschied zwischen einer fettigen oder einer fettarmen Mahlzeit.

Was Fett in Wahrheit macht, ist: Dass das Essen GEIL wird!

Pizza ist geil, Chicken Nuggets sind geil, Burger sind geil.

Das hat mit dem Geschmack überhaupt nichts zu tun, denn wenn man wirklich nur den Geschmack betrachtet, dann schmecken ein McDonald’s Burger und Chicken McNuggets scheiße. Es ist aber so viel Fett enthalten, dass es hochgradig auf das Belohnungssystem wirkt, und damit GEIL ist.

Ich koche schon seit Jahren selbst und bin an die wunderbaren Aromen frisch gekochter Nahrung gewöhnt. DAS ist echter Geschmack. Jedesmal, wenn ich irgendetwas esse, das industriell hergestellt wurde, vermisse ich diese Aromen, denn sie sind beim Herstellungsprozess verloren gegangen. – Das, diese Aromen, ist echter Geschmack.

Ein Nahrungsmittel jedoch, welches seine natürlichen Aromen aber verloren hat, lässt sich wieder „schmackhaft“ machen, wenn man Salz, Zucker und Fett hinzufügt. Der nicht an die natürlichen Aromen gewöhnte Esser stört sich dann auch gar nicht daran, denn er findet sein Essen trotzdem „geil“. Und wird kugelrund und krank.

Allein schon, dass das Wort „geil“ verwendet wird, um sich bezüglich des Geschmacks eines Lebensmittels zu äußern, lässt darauf schließen, dass es mit dem Geschmack nichts zu tun hat. Die sexuelle Assoziation weist darauf hin, dass das Belohnungssystem hier hochgradig beteiligt ist und auch, dass ausbleibende sexuelle Erfüllung ggf. auch mit Essen (und anderen Drogen) kompensiert werden kann. Und genau so ist das auch.

Fett ist kein Geschmacksträger, sondern aktiviert einen Belohnungsmechanismus, der einerseits in der Lage ist, Geschmack zu ersetzen und andererseits, echte Erfüllung im Leben zu kompensieren. Mit Geschmack hat es aber überhaupt nichts zu tun.

1 Comment

  1. Ingo 17. Januar 2019 at 10:49

    Wir waren im Schwäbischen Essen. Ich habe einfach nur gekochtes Gemüse und Reis (ohne alles) bestellt. Und genau das kam auch, nur hatte es der Koch zu gut gemeint (kein Sößle – geht in Schwaben halt nicht !) und hat reichlich Öl über alles geschüttet, weil Öl ist ja vegan. Die Bedienung hat mir das dann auch so ausgerichtet, dass man (GsD) diese Alternative für mich gefunden hätte. Und Fett sei ja auch ein Geschmacksverstärker . . . :)) Das ist so in den Köpfen drin -naja

Leave A Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.