Gesundheitskompetenz der Deutschen wird immer schlechter

Das Internet ist voll von Informationen über Gesundheit. Und dennoch wird die Gesundheitskompetenz der Deutschen immer schlechter. 2014 hatten "nur" 54% der Befragten das Gefühl mit der Informationenflut überfordert zu sein und nicht zu wissen, was von dem Gelesenen denn nun stimmt. Im Jahr 2020 waren es fast 60%. Vor allem klagen sie darüber, dass die Informationen Mengenmäßig zu groß, zu vielfältig und auch zu widersprüchlich sind. Und das sind nur die Leute, die die Fähigkeit haben zu erkennen, was sie verstehen und was nicht. Dazu kommen dann noch all die, die von Fehlinformationen überzeugt sind und sie finanzkräftig im Internet verbreiten und verkaufen, wie die diversen alternativen Gesundheitsgurus!


Hier geht's zum Raus aus der Lustfalle MEMBER-Bereich: https://elopage.com/s/foodismedicine/raus-aus-der-lustfalle-membership

Hier zum Raus aus der Lustfalle-Selbstlernkurs: https://elopage.com/s/foodismedicine/raus-aus-der-lustfalle-online-esssucht-programm-diy

Den 21-Tage Raus-aus-der-Lustfalle Food Plan gibt's hier: https://elopage.com/s/foodismedicine/raus-aus-der-lustfalle-foodplan


Willst du mehr erfahren?
Einfach E-Mail eintragen und Newsletter abonnieren!



Tranksript:
Hi und herzlich willkommen! Heute zum Thema Gesundheitskompetenz der Deutschen. Denn da erschien kürzlich einArtikel im Ärzteblatt darüber, dass die leider gesunken ist, seit der letzten Erhebung, die2014 war. Da hat das Interdisziplinäre Zentrum für Gesundheitskompetenzforschung inBielefeld eine Studie durchgeführt, mit 200 Probanden, und diese gefragt, wie sie ihreeigene Gesundheitskompetenz einschätzen. Und das ist schlechter geworden. Im Jahr 2014waren es noch 54 %, die der Meinung waren, sie können gesundheitliche Informationenschwer einschätzen, jetzt sind es 60 %. Und das ist natürlich ein Drama, wenn es darumgeht, wie können wir Gesundheitsinformationen so verbreiten, dass der OttoNormalverbraucher in der Lage ist, sich so zu verhalten, dass er nicht krank wird. 2014 bin ich tatsächlich auch zum ersten Mal mit diesem Thema konfrontiert worden, weilich mein mündliches Physikum da gemacht habe, und als Fach u. a. PsychSoz hatte. Also dasist Medizinische Psychologie und Soziologie. Und im Rahmen von Medizinischer Soziologiewar da eben auch das Thema „Gesundheitsinformationen an das Volk vermitteln“. Und ichdachte bis dahin immer, das Internet ist doch voll mit Gesundheitsinformationen. Wiesowissen die Leute nicht, wie sie ihre Gesundheit erhalten können? Und das Problem ist hiergenau das, was die Probanden auch hier gesagt haben, anhand der Menge, der Vielfalt undder Widersprüchlichkeit der Informationen, sind sie nicht in der Lage, Informationen, die siebekommen, einzuschätzen. Besonders sind sie nicht in der Lage zu unterscheiden, objemand, der diese Informationen weitergibt, wirtschaftliche Interessen hat, sprich:irgendwas verkaufen will, was zu Gesundheit führen soll. Immer, wenn ich bei meinemVater bin, dann gucke ich die ZDF-Nachrichten um 19 Uhr und die gesamte Werbung davor,ist nur Arzneimittel, meistens frei verkäufliche Arzneimittel, weil jeder irgendeingesondertes Problem hat und das dann mit Medikamenten bekämpfen will. DieseInformationen sind in der Regel nicht unbedingt zielführend. Was auch nicht zielführend ist,ist, wenn Laien Informationen im Internet verbreiten. Schlussendlich ist eigentlich dasInternet vor allem Schuld daran. An diesen Massenmedien, die wir haben. Und auch, dass inder Regel nicht Ärzte Medizinjournalismus betreiben, sondern Journalisten Journalismusbetreiben. Und daher kommt es dann eben auch zu vielen Fehlinformationen. Hier in der Studie zeigte sich eigentlich, dass nur Leute mit einem wirklich sehr hohenAusbildungsgrad in der Lage waren, medizinische Informationen richtig einzuschätzen. Unddas ist ein Problem. Die meisten Leute, die irgendwie mich verfolgen hier, habenwahrscheinlich nicht so das Problem, medizinische Informationen einzuordnen. Denn ichhabe es geschafft, sie zu überzeugen. Was hier aber noch hinzukommt natürlich, wenn 60 %der Befragten sagen, ich kann die Information nicht richtig einschätzen, dann sind da ja auchimmer noch die ganzen Leute dabei, die medizinische Informationen falsch einschätzen,aber der Meinung sind, sie schätzen sie richtig ein. Was wieder im Rahmen der Pandemieauch sehr zutage getreten ist. Denn plötzlich glauben 80 Millionen Deutsche, sie seienVirologen und sie kennen sich besser aus als die Leute, die das studiert haben. Als die Leute,die das Paul-Ehrlich-Institut betreiben. Als die Leute, die die ständige Impfkommissionberaten. Als die Leute, die das Robert-Koch-Institut leiten und so weiter und so fort. Undschlussendlich nutzt es niemandem, wenn ich hier sage, dass die Gesundheitskompetenzder Deutschen immer schlechter wird, sondern es würde vielleicht dann nutzen, wenn ichsagen würde, wie man medizinische Informationen richtig einschätzt und ich hoffe dazukomme ich auch gleich noch.Aber diese Sache mit der Widersprüchlichkeit der Menge und der Vielfalt der Informationen,das ist wirklich ein Drama. Früher war es so, da gab es den Brockhaus, wo man nachschlagenkonnte, da gab es Fachliteratur, in der man nachschlagen konnte und dann gab es die Ärzte,die man fragen konnte. Vielleicht konnte man auch noch unter Kollegen mal nachfragen,andere Leute, die man in seinem Bekanntenkreis hatte, die vielleicht ein ähnliches Problemhaben usw. Aber das war's dann. Und jetzt kann man quasi alles, was man im Internetfinden will, als Bestätigung seiner „Meinung“ finden. Und das hängt, denke ich auch,weitestgehend damit zusammen, dass unglaublich viele Laien einfach nur ihre Meinung imInternet posten. Und wenn sie das charismatisch machen und wenn sie irgendwie nur einenHauch klüger sind, als der Laie, der es konsumiert, dann guckt der Laie natürlich nichtdahinter. Das heißt, wie sollte man also vorgehen, wenn man nun Gesundheitsproblemen hat und aufder Suche nach Informationen dazu ist? Also, was ich immer als allererstes mache, wenn ichmit irgendwas konfrontiert werde, was irgendjemand behauptet hat, ist, ich gucke mir an,wer ist diese Person? Hat die das studiert, was man studieren muss, um Kompetenz in demBereich zu generieren? Sprich: wenn es um Ernährung geht, gucke ich mir an, ist derjenigeMediziner? Also zumindest dann, wenn er darüber spricht „die und die Ernährung, machtdie und die Krankheit weg“ oder „hilft bei der und der Krankheit“ usw.? Oder wenn eseinfach Gesunderhaltung durch Ernährung geht: ist derjenige Ökotrophologe? Wennderjenige das nicht ist und er konfrontiert mich mit fragwürdigen Informationen, dann istder schon mal komplett, völlig außen vor. Sei es, ob derjenige veganer Ernährungsberaterist. Sei es, ob der irgendeinen Kurs gemacht hat bei irgendwem. Ob er zertifizierter sonstwas ist. Wenn er nicht die klassische formale Bildung in dem Bereich hat, gucke ich mir dasnicht näher an. Das heißt, ich gucke mir nicht an, wenn jemand Physiker ist. Ich gucke mirnicht an, wenn jemand Chemiker ist. Ich gucke mir nicht an, wenn jemand Psychologie oderBiologie studiert hat. Ich gucke mir nicht an, wenn jemand Sportmanagement &Kommunikation studiert hat. Dann lohnt es, hat meine Erfahrung gezeigt, sich nicht, dass ichmich näher mit diesen Informationen beschäftige. Wenn derjenige Mediziner ist, gehe ichanders vor. Dann gucke ich mir an, wie er argumentiert, worauf er sich bezieht, was fürStudien das sind, und so weiter und so fort. Mir ist klar, dass der Laie das wahrscheinlich nicht machen kann, daher ist es für den Laiendann wichtig, dass er einen kompetenten Ansprechpartner hat, dem er vertrauen kann. Daskann in dem Fall ich sein. Das kann aber auch ein Hausarzt sein. Und natürlich ist mir daauch klar, dass nicht alle Leute oder alle Ärzte der gleichen Meinung sind, in Bezug aufirgendwelche Sachen. Aber man kann dann gucken, wie kommt derjenige zu seinerMeinung. Worauf bezieht er sich? Was für Studien sind dahinter? Wenn ich so etwas nichthabe, dann kann ich immer noch auch im Internet offizielle Informationen vonFachgesellschaften abrufen, sprich: Wenn ich Diabetes habe, dann kann ich mir z. B.angucken: Leitlinie, Leitlinie Typ-2-Diabetes, ist googlebar, kann man sich durchlesen. Es istjetzt die Frage, ob man es versteht oder nicht. Aber da sieht man dann z. B., dass für Typ-2-Diabetes keine Low Carb-Ernährung und keine Keto-Ernährung empfohlen ist. Es wird auchnicht empfohlen, Glucose mit Fructose zu substituieren. Leitlinien ändern sich. Das war vor30, 40 Jahren mal anders. Da dachte man noch Fructose schadet dem Typ-2-Diabetikernicht, weil sie nicht den Blutzuckerspiegel anhebt, also die Blutglucose anhebt. Man hat inder Zwischenzeit aber herausgefunden, dass Fructose, also wohl zur höheren Bildung vonTriglyceriden führt, als auch die Insulinresistenz verstärkt. Und deswegen ist in der Leitlinienicht drin, dass ein Typ-2-Diabetiker fructosereich und glucosearm essen soll. Oder auch,dass er Low Carb oder Keto oder sowas machen soll. Steht da nicht drin. Was in denLeitlinien drin steht, ist, dass ein Typ-2-Diabetiker sich normal gesund ernähren soll, wie esauch gesunden Menschen empfohlen wird. Bedeutet z. B. nicht mehr als 5 % der Kalorienaus Zucker. Klar! Man kann das Ganze noch verbessern. Und das bleibt jedem Arzt selberüberlassen, wie er das verbessern will. Ich verbessere diese Ernährung, in der Form, dass ichsage, am besten überhaupt keinen raffinierten Zucker. Am besten auch keine raffiniertenKohlenhydrate, am besten fettarm, vollwertig und pflanzlich. So kann man dieInsulinresistenz, also die Ursache von Typ-2-Diabetes vermeiden. Andere Ärzte halten sichnicht an die Leitlinie, was ich schlussendlich dann ja auch nicht tue, aber sagen, mir ist eswichtig, einfach nur, dass der Patient bessere Blutglucosewerte hat, indem ich ihn auf LowCarb oder Keto setze. Das hat allerdings Nebenwirkungen, die man auch nicht haben will.Darüber mache ich nochmal ein eigenes Video, warum man bei Typ-2-Diabetes nicht Ketooder Low Carb machen sollte. Sondern eher das, was die Leitlinie empfiehlt, vielleicht aucheine mediterrane Ernährung. Und wenn man noch einen draufsetzen will, dann eben einefettarme, vollwertige, pflanzliche Ernährung. Ja, und so gibt es da natürlich auch unter Ärzten, Leute, die sich widersprechen. Und wennman da nicht weiß, auf welchen Arzt man hören soll, dann geht man am besten so vor, dassman guckt, was sagt die Mehrheit. Oder was sagt die Leitlinie, was sagen die Institutionen,die sich damit auseinandersetzen, welche Sachen für welche Krankheit empfohlen werdensollten.Ja, aber wenn man auf Ärzte hört, ist man auf jeden Fall auf der sichereren Seite, als wennman auf Laien hört. Und das ist dann eben wirklich mega oft ein Problem. Na ja, und danngibt es natürlich noch die, die dauernd unter meine Videos posten. Also die dann überzeugtsind davon, dass sie es tatsächlich besser wissen, dass sie es als Laie besser wissen, als ich esals Studierte weiß, und die nicht der Meinung sind, dass ihre Gesundheitskompetenzenunzulänglich sind.Ja, ich habe gedacht, das wird vielleicht besser in den nächsten sechs Jahren, also seit ichmein mündliches Physikum hatte und gelernt habe, dass es den Leuten unglaublich schwerfällt, medizinische Informationen, die sie irgendwo kriegen, einzusortieren. Was sich dannauch noch zusätzlich dazu sagen lässt, ist wahrscheinlich, dass Leute, die damit Geldverdienen, da sollte man auch dran zweifeln, ob man denen zuhört. Also klar, dass eine ist,ich würde euch Sachen verkaufen, im Sinne von Nahrungsergänzungsmitteln. Die will icheuch nicht verkaufen. Ich will euch auch nicht krank machen, um an euch Geld zu verdienen.Das kann ich noch gar nicht. Andere Leute können das aber und besonders Laien, die dannnicht mit ihrer medizinischen, ärztlichen Behandlung, Geld verdienen können oder auchdürfen, die verkaufen euch dann Nahrungsergänzungsmittel, die man vielleicht gar nichtbraucht. Und so kommt ́s dann zu Hypes von gewissen Nahrungsergänzungsmitteln, was mirauch unter mein Kurkuma-Video letztens geschrieben hat. Irgendeine Sau wird immerdurchs Dorf gejagt. Was jetzt die Substanz ist, die jeder unbedingt einnehmen muss, damitman dann alle seine Krankheiten damit beseitigen kann. Das kommt alles nicht gegen denLebensstil an. Also wenn ich von morgens bis abends jeden Tag McDonalds esse, das istscheißegal wieviel Vitamin D ich substituiere, ob ich Arginin nehme oder Kurkuma dazu esse.Das geht nicht weg dann. Ja, und so ist mir klar, dass das ein Problem ist. Es wird wahrscheinlich und auch nicht besserwerden. Ich tue mein Möglichstes, dagegen zu reden. Bzw. dann auch plausibel zuargumentieren. Aber wie neulich eine Kursteilnehmerin von mir sagte: Silke, duargumentierst plausibel, aber wenn ich das Buch von dem und dem Low Carb-Guru lese,dann klingt das für mich auch plausibel.“ Und das ist das Dumme daran, dass man einfach,wenn man nicht die entsprechende Ausbildung hat, nicht einschätzen kann, ist das wirklichplausibel oder ist das nicht plausibel. Und deswegen muss leider jeder irgendwie einen Arztfinden, dem er vertrauen kann. So wie ich in den Bereichen, in denen ich keine Ahnunghabe, leider auch jemanden finden muss, dem ich vertrauen kann. Also Jura z. B., blicke ichauch nicht durch. Da muss ich mich dann leider an einen Rechtsanwalt wenden, der mirdann sagt, so und so und so ist es. Das ist doof, ich finde es auch doof, aber man weiß leidereinfach nicht immer alles. Und wenn da keine Vertrauensbasis da ist, dann ist sowieso alleszum Scheitern verurteilt. Ja, okay, ich weiß jetzt nicht, ob euch das in irgendeiner Form weitergeholfen hat, eureGesundheitskompetenz zu verbessern. Aber guckt nach der Seriosität der Informationen.Guckt nach der Seriosität der Person, die das erzählt. Und guckt auch danach, wie viel % derLeute, die hier Expertenwissen haben, stimmen dieser Information zu. Denn wenn 95 % allerKlimaforscher der Meinung sind, Klimawandel ist ein Problem und 5 % sind der Meinung, istes nicht, dann hört eher auf diese 95 %, wenn ihr selber nicht die Fähigkeit habt, es zuhinterfragen. So wie ich z. B. Ich glaube da nämlich ich auch eher den 95 %, die sagen, es istein Problem als den 5, die sagen, es ist keins. Und mit Ernährung ist das genauso, 95 % allerMediziner werden euch sagen, dass es eine gute Sache ist, weniger gesättigte Fette zuessen, weniger Zucker zu essen und mehr Pflanzen zu essen. Über eine vegane Ernährungkann man streiten, weil natürlich auch eine vegane Ernährung nicht erforderlich ist, umgesund zu sein.Das geht auch mit ein paar tierischen Produkten. Aber übertreiben sollte man das nicht. Unddasselbe gilt halt auch für Ernährungsinformationen aller Ernährungsinstitutionen derganzen Welt, keine einzige davon empfiehlt Low Carb oder Keto oder Paleo. Eigentlichempfehlen alle eine mediterrane Ernährung. Eine mediterrane Ernährung zeichnet sichdadurch aus, dass sie viele Pflanzen enthält und wenig gesättigte Fette enthält und wenigtierische Fette enthält und wenig Zucker enthält. Und da sind sich dann wieder alle. Ja! Das soll's gewesen sein.Ich sag Ciao! Wenn ihr Fragen habt, gerne unten drunter. Bis Mittwoch! Eure Silke


1 Comment

  1. Pingback: Wie ich meine Ziele erreiche // LOA, Morgenseiten, Reflexion FRAG SILKE - Silke Rosenbusch

Leave A Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.