Essen gegen Depressionen


Im heutigen Blogbeitrag möchte ich mal einen meiner Follower zu Worte kommen lassen. Denn, so schön positive Veränderung an sich selbst sind und schön diverse Studien bezüglich fettarmer, vollwertiger, pflanzlicher Ernährung auch sind: Nichts geht über die Erlebnisse echter, realer Menschen, die ihre Gesundheit mit Hilfe der richtigen Ernährung zum Guten gewendet haben.

Vor ein paar Wochen schrieb mir Ilona, dass sie es geschafft habe mit der Raus aus der Lustfalle Challenge ihr Antidepressivum abzusetzen. Sie habe es vorher schon mehrfach versucht, das habe aber nie geklappt.

Nun war das ja nicht meine Idee…

Die Raus aus der Lustfalle-Challenge in angelehnt an Kathleen DesMaisons Programm Potatoes not Prozac. Kathleen DesMaisons ist zwar keine Ärztin, aber die erste Person, die einen Doktortitel, einen PhD, in Addictive Nutrition. Auf ihren klinischen Ergebnissen baut fast alles auf, was wir über die Stabilisierung des Belohnungssystems mit Hilfe von bestimmten Nahrungsmitteln wissen. Kathleen ist hinter die 3 wichtigsten Mechanismen gekommen, die erforderlich sind, um das Belohnungssystem im Zaum zu halten: Eiweiß essen, vollwertige Kohlenhydrate und weglassen von Zucker und Auszugesmehlen.

Mit dieser Ernährung ist es ihr gelungen die Rückfallquote bei Alkoholikern gravierend zu reduzieren aber auch leichte bis mittelschwere Depressionen zu therapieren. 

Prozac ist der Handelsname des Antidepressivums Fluoxetin, eines selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmers. Und eben das Medikament, was auch Ilona lange Zeit einnahm.

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Hier also Ilonas Geschichte:

„Liebe Silke, hier meine Geschichte. Alles begann mit meinem 18.Lebensjahr. Da habe ich geheiratet und mein 1.Kind bekommen. Ein Jahr später starb meine Tante mit 39 an einem Aneurysma. Ein Schock für mich, denn wir hatten ein enges Verhältnis. 18 Monate später begann mein persönliches Drama. Meine Mutter starb im Alter von 42 Jahren ebenfalls an einem Aneurysma. Wir waren morgens noch Kaffee trinken, abends brach sie zusammen und lag 3Wochen im Koma bis sie starb. Als ob das noch nicht gereicht hätte starb meine Oma 2 Wochen danach. Das war der Punkt wo meine Panikattacken begannen. Zuerst war mir nicht klar was es ist. Ich hatte Kopfschmerzen fühlte mich unwohl. Diverse Untersuchungen brachten kein Ergebnis. Ich konnte nachts nicht schlafen und traute mich kaum noch aus dem Haus. Von meinem Hausarzt bekam ich dann IMAP gespritzt. Davon nahm ich fast 20 KG zu. Geholfen hat es nicht. So ging es ca. 2 Jahre weiter. Lebensqualität gleich null. Als es mir so schlecht ging, dass an ein normales Leben nicht mehr zu denken war, ging ich zu einer Psychiaterin. Diese verstand endlich was los war. Posttraumatische Belastungsstörung. Ich bekam Bespar und langsam kehrte meine Lebensfreude zurück. Das ist jetzt 30 Jahre her. Nach dem Bespar bekam ich Seroxat und vor 10 Jahren dann Fluoxetin 20mg. Durch eine Psychotherapie habe ich alles gut auf-und verarbeitet. Seit 6 Jahren habe ich 1mal im Jahr versucht das Medikament abzusetzen. Leider ohne Erfolg. Vor ca.8Monaten habe ich dann angefangen mich nach Silkes Vorgaben zu ernähren. Kaffee ist nach wie vor mein Lieblingsgetränk, aber weil ich es mag, nicht zum wachwerden. Im April dieses Jahres dann wieder der Versuch, Fluoxetin abzusetzen. Ich war sehr skeptisch. Ich habe keine Ahnung wie diese Ernährungsumstellung auf Gehirn, Psyche etc. wirkt. Aber dieses Mal konnte ich das Medikament ohne Probleme absetzen. Keine Müdigkeit, mehr Energie. Wenn ich jetzt noch mein Gewicht wieder in den Griff bekomme, habe ich alles erreicht. Liebe Silke, ich bin dir sehr dankbar für deine Videos. Auch das Thema Minimalismus hat mich sehr inspiriert.“

Kathleen DesMaisons sollte also mit ihrem Buchtitel „Potatoes not Prozac“ Recht behalten.

Als Mediziner kann ich natürlich nicht dazu raten ein Antidepressivum auf eigene Faust abzusetzten. Es sollte ausgeschlichen werden und das am besten unter Kontrolle eines Psychiaters, der ein Reduktionsprotokoll erstellt und mit dem Patienten bespricht.

Vielleicht fragt sich jetzt der ein oder andere, warum ich nicht einfach Kathleen DesMaisons Programm empfehle, sondern selbst eines entwickelt habe, welches daran angelehnt ist. – Nun, ich stimme Kathleen DesMaisons in zwei Sachverhalten nicht zu.


  • Sie verwendet tierische Produkte. Diese halte ich aus diversen Gründen nicht für empfehlenswert. Fettige tierische Produkte steigern den Cholesterinspiegel, enthalten keine Ballaststoffe und wirken aufgrund ihrer hohen Kaloriendichte ebenfalls verhältnismäßig stark belohnend. Milchprodukte, selbst wenn sie fettarm sind, enthalten Kasomorphine, welche ebenfalls auf das Belohnungssystem wirken. Man isst sich also weiterhin krank und nimmt möglicherweise auch schlechter ab.
  • Sie erlaubt reichlich Fett. Fett wirkt nicht so auffällig auf das Belohnungssystem, wie es Zucker tut. Man erlebt seine Abhängigkeit nicht so stark, wählt aber bei Belohnungsgelüsten, wenn Zucker verboten ist, leicht etwas Fetthaltiges stattdessen.

Wer also mit Depressionen zu kämpfen hat kann seine Ernährung auf eine fettarme, vollwertige, pflanzliche Ernährung mit reichlich Eiweiß umstellen und kann dann, nach ein paar Monaten unter ärztlicher Kontrolle das Antidepressivum versuchen abzusetzen.

Wenn du auch fantastische Gesundheitsverbesserungen mit einer fettarmen, vollwertigen, pflanzlichen Ernährung erlebt hast, schick mir gerne deine Geschichte. Ich teile sie dann an dieser Stelle, um auch andere zu inspirieren und zu motivieren: silke-rosenbusch@web.de

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1 Comment

  1. Ilona Tsigkourakos 6. Juli 2019 at 13:14

    Noch ein kurzer Kommentar zu meinem Bericht,das Absetzen erfolgt natürlich immer in Absprache mit dem Arzt.Dieser meinte die Jahre vorher aber auch,dass es bei manchen einfach nicht funktioniert.Das habe ich auch gedacht,aber mein Erfolg sagt mir jetzt etwas anderes.

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