Toxoplasma gondii, Depressionen und Schizophrenie – Gibt es einen Zusammenhang?

​Im Internet liest man immer mal wieder, dass man von einer Infektion mit Toxoplasma gondii schizophren wird. - Ob das wirklich so ist, bespreche ich in diesem Video.


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Transkript:
Hi und herzlich Willkommen, heute zum Thema Parasiten.  Und es geht auch ein bisschen um Katzen. Aber es geht vor allem um Parasiten, denn das Internet steht auf Parasiten. Über Parasiten gibt es total viele Sachen im Internet, die man sich alle falsch aneignen kann, die man mir dann unter meinem Kanal posten kann. In vielerlei Hinsicht. Es geht vor allem um Toxoplasma gondii, den Erreger der Toxoplasmose. Übertragen wird er durch Katzen und Katzenkot - deswegen ist es schön gewesen, wäre der Romi hier hochgesprungen - dem unterstellt wird, er verändert das Gehirn des Menschen, er steuert das Verhalten und er führe zu Depressionen und Schizophrenie. Und da ich jetzt in der Psychiatrie bin im PJ, dachte ich, können wir mal darüber diskutieren wie denn die Datenlage dazu ist. Und ich wollte euch auch sagen, was mir letztens unter mein letztes Parasiten Video jemand drunter geschrieben hat. Das war nämlich eine Zuschauerin, die mir erzählt hat, Toxoplasma gondii würde über Katzen in den menschlichen Körper eindringen, dann würde er sich an die Epiphyse setzen, den Sitz des Immunsystems und von da aus sich ins Gehirn ausbreiten. Und da Depressionen und Schizophrenie mache. Und es gäbe nur eine Sache die Toxoplasma gondi aus dem Körper vertreiben könne, das sei die sibirische Steppenrauke, die gibt’s natürlich als Nahrungsergänzungsmittel  und wenn man sie einnimmt dann käme Toxoplasma gondii aus dem Körper raus und dann hat man diese ganzen schrecklichen Folgen nicht. So, das mal ungefähr zusammengefasst.

Und das Fatale an den ganzen Kram, den irgendwelche Leute im Internet aufschnappen oder auch irgendwelche anderen Leute verbreiten ist, dass irgendwie 5% Wahrheit dran ist und der Rest ist der totale horrende Bullshit! Wobei ich auch an dieser Stelle nochmal dazu aufrufen möchte bitte: Nehmt nicht von jedem im Internet Gesundheitsratschläge an! Zum Beispiel von Leuten, die Automechaniker sind und lila Haare haben. Von denen sollte man vielleicht keine Ratschläge zur Gesundheit annehmen. Vielleicht sollte man auch keine Ratschläge zur Behandlung von Depressionen von Chemikern annehmen - ohne Namen zu nennen. Aber das passiert irgendwie dauernd. Selbst wenn jemand Wissenschaftler ist, dann ist er nicht unbedingt Mediziner. Und, klar, ich weiß, auch Mediziner erzählen manchmal Bullshit. Es gibt solche und solche. Aber erstmal rausfiltern darüber: Hat jemand überhaupt das Hintergrundwissen Zudem was erzählt? Wenn er das nicht hat, dann nehmt das bitte nicht ungefiltert ab. So, jetzt kommen wir zu Toxoplasma gondii, worauf ich kam, weil diese Kommentatorin sich auch auf einen Philosophen und Physiker aus dem Internet berufen hat, der das wohl so gesagt hat. Wobei das was bei mir ankommt ist ja meistens auch immer noch nicht das, was derjenige gesagt hat sondern - stille Post - es wird immer immer, immer falscher wenn man es erzählt.

Also was stimmt?

Toxoplasma gondii ist ein Parasit, den man im Körper haben kann. Der durch Katzenkot kommt. Ich habe ihn auch. Das ist gut, wenn man schwanger werden will, denn eine Infektion von Toxoplasma gondi während der Schwangerschaft, kann fatale Folgen für das Ungeborene haben. Deswegen geht der Gynäkologe immerhin und guckt bei Frauen: Sind die infiziert oder nicht. Wenn sie es nicht sind dann sollen sie sich von Katzen fern halten. So. Damit das eben nicht passiert. Falls es doch zu einer Infektion kommt, die dann auch symptomatisch wird - also man hat Symptome davon - dann hilft dagegen Antibiotika. Aber wenn man dieses Toxoplasma gondi in sich hatte und der Körper Antikörper dagegen gebildet hat also, man ist geheilt, dann geht das es genauso wenig aus dem Körper jemals wieder raus wie Herpes. Die bleiben halt einfach irgendwie drin. Und was können die im Körper machen? Denn da ist tatsächlich was, was mit Schizophrenie einhergeht, denn Toxoplasma gondii kann bei Menschen, und auch bei Nagern, dafür sorgen, dass das Belohnungssystem manipuliert wird. Und deswegen fand ich das Thema jetzt interessant. Natürlich. Denn toxoplasma gondii sorgt dafür, dass im Gehirn mehr Dopamin ausgeschüttet wird. Bei Nagern ist das so: Also, das kommt ja so. Eigentlich ist toxoplasmose gondii in Nagern, in Mäusen drin, manipuliert da deren Angstsystem so, dass die weniger Angst vor Katzen haben. Daraufhin kann die Katze das Toxoplasma gondii in der Ratte leichter, oder in der Maus, leichter fressen und dann hat Toxoplasma gondii seinen eigentlichen Hauptwirt,  die Katze, erreicht.

Und bei Menschen passiert sowas Ähnliches. In gewisser Hinsicht ein bisschen auch. Tatsächlich! Wobei ich nicht sagen kann, dass das der alleinige Auslöser ist. Denn bei allen psychischen Erkrankungen sind immer mehrere Sachen der Auslöser. Bei der Schizophrenie ist tatsächlich ein Auslöser, dass mehr Dopamin produziert wird. Die Ursache ist da aber meistens nicht Toxoplasma gondii sondern der Konsum von Substanzen. Besonders Kiffen! Aber auch Alkohol, sonstige Stimulantien, bis hin zu Kaffee. Kaffee kann halt auch psychotisch machen, spricht dafür sorgen, dass zu viel Dopamin ausgeschüttet wird. Ob das nun eine Schizophrenie ist, dem Namen nach, das lass ich mal dahingestellt. Studien wissen, dass Schizophrene tendenziell häufiger mit Toxoplasma gondii infiziert sind als nicht schizophrene. Also das Verhältnis von Schizophrenen mit dem Bakterium in sich ist da größer.

Also es kann natürlich sein, dass wenn man Gene hat, die einen dafür anfälliger machen plus Toxoplasma gondii in sich plus Substanzmissbrauch, dass man dann viel mehr zu Schizophrenie neigt als jemand der vielleicht das Toxoplasma gondii nicht hat.

Tatsächlich greift dieses Bakterium wirklich in das Belohnungssystem ein. Das hat aber nicht nur die Folge, dass man schizophren wird sondern das hat auch zur Folge, dass man glücklicher ist. Natürlich! Dopamin ist Glück!

Und was weiß man noch aus Studien am Menschen? Dass Leute die Toxoplasma gondii haben, weniger anfällig den Verlockungen des Belohnungssystem sind. So hat man Leuten Geld angeboten die Toxoplasma gondi hatten. Und für die war das nicht so reizvoll. Also, die sind weniger auf diese kurzfristige Belohnung angesprungen. Das finde ich dann halt wieder interessant. Das passt so zusammen. Also, Toxoplasma gondii,  auf der schlechten Seite die Schizophrenie, auf der normalen Seite aber mehr Zufriedenheit und weniger Drogen-Gelüste. Oder so. Ich habe eben erzählt, die Mäuse, die infiziert waren, die hatten weniger Angst vor Katzen. Es gibt aber auch Studien an Menschen und ihrem Verhalten. So hat mir, vor einem Jahr oder so, schon mal jemand eine Studie darüber geschickt. Da hat man untersucht, ob Leute die Toxoplasma gondii infiziert sind, vielleicht auch risikoreicher Leben und ein bisschen gewillter sind mehr Risiko einzugehen. Und ob die dadurch vielleicht finanziell erfolgreicher sind, beziehungsweise ob die erfolgreiche Unternehmer geworden sind. Denn da muss man ein bisschen risikofreudig sein, um erfolgreich zu sein. Und das war natürlich so! Eine Studie belegte, dass Leute die Toxoplasma gondii infiziert sind, häufiger erfolgreiche Unternehmer sind als solche, die es nicht sind. Da ist dann einfach die Frage so: Überlegt euch selber, was wollt! Ihr wollt ihr erfolgreicher Unternehmer und glücklich sein mit dem latenten Risiko an Schizophrenie zu erkranken? Dann müsst ihr froh sein, dass ihr Toxoplasma gondii habt. Wenn ihr das nicht wollt, dann müsst ihr froh sein, dass ihr es nicht habt.

So und dann zum Thema: Was kann man dagegen machen? Ich sage also – und die Schulmedizin sagte das auch. Gar nichts kann man  dagegen machen. Bist du infizierter, bist du infiziert. Das bleibt dann dabei. Natürlich, für die akute Infektion, da gibt man Antibiotika.

 Aber hier hat diese Kommentatoren mir erzählt da gibt man sibirische Steppenrauke. Ich habe das natürlich auch recherchiert und geguckt: Was ist da dran?

Und es sieht so aus, als würde sibirische Steppenrauke ebenfalls in das Belohnungssystem eingreifen können. Nämlich indem es den Abbau von belohnenden Neurotransmittern hemmen, also die Monoaminoxidase, das Enzym, was die abbaut. Diese sibirische Steppenraute hat Substanzen in sich, die das hemmen kann. Das macht aber nichts mit Toxoplasma gondii. Das führt eigentlich noch mehr zu Schizophrenie, denn wenn das Dopamin nicht mehr abgebaut wird, dann ist die Schwelle schneller überschritten. Und dann kommt es noch mehr zur Schizophrenie.

Aber andererseits ist da auch was drin in dieser sibirischen Steppenrauke. Etwas, dass man isoliert hat. Den Namen habe ich vergessen, weil er mir nicht geläufig ist, aber ich habe auch da Studien dazu gelesen. Da hat man auch Toxoplasma gondii in eine Petrischale gesteckt und diesen einen Bestandteil aus dieser Steppenrauke da reingetan. Und sie hat dann tatsächlich Toxoplasma gondii teilweise platt gemacht.

Das ist in einer Petrischale passiert ist, aber nach wie vor kein Beweis dafür, dass man es damit aus dem Körper rauskriegt. In vitro Studien lassen nicht automatisch Rückschlüsse auf in vivo Zustände zu. Also, was in einer Petrischale passiert, passiert nicht notwendigerweise auch im Körper.

So, das ist die Wahrheit über Schizophrenie und Toxoplasma gondii. Es wird auch immer hypothetisiert ob das Toxoplasma gondi auch mit Depressionen assoziiert ist. Ich glaube Studien zeigen, dass es da eine Korrelation gibt. Ich wüsste nicht wo hier die Kausalität zu finden wäre. Denn soweit ich weiß, wirkt doch Toxoplasma gondii nur auf die Ausschüttung von Dopamin. Und zwar steigern sie diese. Bei Depressionen ist vor allem zu wenig Serotonin verantwortlich. Und dass Toxoplasma gondii da irgendwie in diesen Syntheseprozess eingreift, habe ich nicht gefunden. Ich habs gesucht, Studien gegoogelt und nichts gefunden.

Also jemand der Toxoplasma gondii infiziert ist, wenn der nicht genetisch vorbelastet ist auch keine Drogen nimmt, ich denke ist ja relativ safe ist. Dafür hat er zusätzlich das Glück, dass er zufriedener ist und dass er eine größere Chance hat ein erfolgreicher Unternehmer zu werden.

Auf der anderen Seite frage ich mich auch, okay, wenn Toxoplasma gondi einem die Angst nimmt, ist das präventiv bei Angsterkrankung? Muss man sich dann ja auch fragen.

Naja, Ich hoffe, dass Video hat euch gefalle. Wenn ja, gebt mir einen Daumen hoch, wenn ihr keins meiner Videos verpassen wollt, abonniert mich und falls ihr das Gefühl habt ihr seid esssüchtig,  dann habe ich da ein Test auf meiner Webseite die, Yale Food Addiction Scale, 13 Fragen womit man testen kann ob man vielleicht esssüchtig ist. Die, die Toxoplasma gondii infiziert sind, sind wahrscheinlich weniger esssüchtig. Ich bin ja auch nur leicht süchtig auf dieser Skala. Gibt so runterzuladen auf www.silke-rosenbusch.de/test/

Und wer nicht süchtig ist und einfach nur genießen kann der kann auch meinen Newsletter abonnieren den gibt es jeden Samstag und da gibt es jede Woche ein fettarmes, vollwertiges pflanzliches, sehr leckeres Rezept und die Updates der Woche aus meiner Welt. Das war’s. Ich sag ciao bis Mittwoch eure Silke


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