Haarausfall durch fettreiche Ernährung?

Zugegeben, diese Studie ist bisher noch nicht am Menschen bestätigt worden. Bisher wissen wir nur von Mäusen, dass fettreiche Ernährung bei ihnen dazu führt, dass ihr Fell dünner wird. Auch hier scheint ein Mechanismus zugrunde zu liegen, der mit dem der Migräneentstehung und der Verschlechterung von Autoimmunerkrankungen verwandt ist und durch Omega 6 Fett gefördert wird, denn ein Interleukin Pfad liegt dem Haarverlust zugrunde. Diesen Pfad waren die Forscher allerdings auch medikamentös in der Lage zu hemmen. Sollte der hohe Fettverzehr also auch bei Menschen zum Haarverlust führen, könnte es sein, dass dagegen auch ein Medikament produziert werden kann.

Quelle:
Obesity accelerates hair thinning by stem cell-centric converging mechanisms: https://www.nature.com/articles/s41586-021-03624-x


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Transkript:

Hey und herzlich willkommen!
Heute quasi zu einer Fortsetzung des Themas Migräne und Autoimmunerkrankung, fettreiche, beziehungsweise zu Omega-6-reiche Ernährung. Denn mir hat eine Teilnehmerin meines „Raus aus der Lustfalle“-Programms einen Link zugeschickt. Zu einer Studie, die in natureerschienen ist, am 21. Juni diesen Jahres, wo man fettreiche Ernährung bei Haarausfall -nein- verantwortlich macht für Haarausfall bei Mäusen. Und natürlich, logischerweise auch überlegt, könnte das bei Menschen auch so sein? Was natürlich vielleicht nicht so schön, ist in Anbetracht dessen, dass so wahnsinnig viele Menschen, besonders in der westlichen Welt übergewichtig sind. Ja, ich weiß nicht… ich überlege ja schon länger, warum so viele Leute - besonders Männer, die Low-Carb gemacht haben oder machen - so früh ihre Haareverlieren. Und ich habe immer gedacht: „Okay, das liegt vielleicht am Cholesterin.“ Weil Cholesterin ja dann auch ein Vorläufer ist vom Testosteron. Und Testosteron mitverantwortlich ist für männlichen Haarausfall, also die männliche Form von Haarausfall.
So was haben die Mäuse hier natürlich nicht gehabt. Bei den Mäusen lichtete sich einfach nur das Fell, wenn man den mehr Fett gegeben hat, zu fressen. Und zwar ging das sehr schnell. Also jetzt bei Mäusen binnen vier Tagen ging das schon los, dass man die ersten Effekte auf die Haarfollikel sah, bei fettreicher Ernährung. Und bei alten Mäusen war das wieder noch schlimmer als bei jungen Mäusen.

Und auch hier liegt zugrunde ein Mechanismus, der auf Interleukine gründet. Und daher nehme ich an, dass es sich hierbei auch speziell wieder um eine Variante der Entzündungsförderung durch Omega-6 handelt. Denn Interleukine sind Entzündungsmediatoren. Und die werden eben aus dem Omega-6-Fett der Linolsäure hergestellt, die halt überall drin ist, was pflanzliches Fett ist. Und natürlich aber dann auch in Tieren drin ist, die genau dieses pflanzliche Fett zu essen bekommen haben. Das ist naturejetzt. Das ist alles hypothetisch. Wir wissen nicht, ob das beim Menschen wirklich so ist. Also wir wissen, wie das bei Mäusen ist, wie das bei Mäusen war. Und weil sie so schön dabei waren, am Tier zu experimentieren, haben die Wissenschaftler auch einfach mal sofort diesen Signalweg - diesen Interleukin-Signalweg - diese Entzündungsreaktion gehemmt, und da gesehen: Okay wir können das auch einfach aufhalten, indem wir diesen Signalweg hemmen.

Also hier passiert folgendes. Fett in der Ernährung oder eine genetische Fettleibigkeit, was sich dummerweise, fatalerweise ja auch natürlich ergänzt. Also klar, manche Leute können mehr Fett essen und werden später selber fett. Andere halt schon früher. Also wenn man auch noch zusätzlich Gene hat, die einen für Fettleibigkeit prädestinieren, dann war das auch so. Dann ging quasi Haarausfall damit einher. Denn durch diesen hohen Fettanteil in der Ernährung oder am Körper, wurden eben vermehrt Entzündungsmediatoren gebildet, die genau wie bei Autoimmunerkrankungen dann auch diese Haarfollikel entzündet haben. Und die können sich natürlich grundsätzlich wieder regenerieren. Aber je älter man wird, desto schwerer funktioniert das. Was erklären könnte, warum Haarausfall besonders im Alter hin, schlimmer wird. Ja und dann wird das Haar einfach dünner oder vielleicht sogar noch durch Testosteron oder auch wieder Gene bedingt, wird dann der typische männliche Haarausfall eben irgendwie so ein Kranz. Die klassische Pläte.
Und wir dürfen - denke ich - hier annehmen, dass man sich davor schützen kann - Mann oder zumindest Maus - sich davor schützen kann, wenn sie/er eben diese Omega-6-Fette und vielleicht sowieso grundsätzlich Fettemeidet.

Also gerade Männer- wir haben da, wie gesagt- also wir haben dann hier beides am Werk. Diese Entzündungsreaktionen, die passieren können. Und genau wie bei der Alopezie, das ist eine Autoimmunerkrankung. Nämlich die, die die Kopfhaut- beziehungsweise die Haarfollikel- befällt und die Grundlage ist für sowas wie kreisrunden Haarausfall. Also ich habe mal in der Endokrinologie eine junge Frau getroffen, die war Ende 20. Und der sind einfach alle Kopfhaare ausgefallen durch eine Autoimmunreaktion. Die trug dann eine Perücke und hatte alle möglichenÄrzte abgeklappert, ob man da irgendetwas machen kann. Das ist eben scheiße. Und das Einzige, was sie gemacht haben war, dass sie versucht haben, Kortison auf die Kopfhaut zu schmieren, damit sich das regeneriert. Aber es ist half eben dann auch nichts. Also ganz furchtbar, denn es ist genau die Reaktion. Wenn durch Entzündungen Haarfollikel angegriffen werden und geschädigt werden und gegebenenfalls, irgendwann, sich nicht mehr regenerieren können, passiert dann das. Und bei der Autoimmunreaktion - was das jetzt nicht ist - ist es eben so, dass - immer wieder neu - der Körper die eigenen Haarfollikel angreift. Hier ist es einfach nur eine Überproduktion von Entzündungsmediatoren - von Interleukin - durch diese hohe fetthaltige Ernährung.

So. Also was kann man dagegen tun? Wo war ich stehen geblieben? Bei Männern: Erstens das Omega-6 ist ein Problem, dass das Haar grundsätzlich lichter wird. Und hohes Testosteron ist ein Problem, weil man dann diesen klassischen männlichen Haarausfall bekommt. Nämlich mit der Pläte.
Und das Cholesterin geht natürlich hoch, durch gesättigtes Fett. Und weil es schon in tierischen Produkten drin ist. Und das pflanzliche Fett,beziehungsweise dann auch, wenn man eine Kuh isst, die mit Getreide
gefüttert wird - dann hat man da das gesättigte Fett von der Kuh drin. Und man hat das Omega-6-Fett aus dem Getreide drin. Und wenn man sowas isst, wie eine Kuh,dann ist der Haarausfall eben noch wahrscheinlicher. Klar, es gibt immer Ausnahmen. Es gibt immer irgendwelche Leute, die das nicht betrifft. Es gibt immer Leute, die irgendwie was anders verstoffwechseln. Aber generell ist es so.Es ist eben keine gute Idee. Und vielleicht hält den einen oder anderen dann das Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen, nicht davon ab, eine Kuh zu essen. Aber vielleicht die Angst davor, seine Haare zu verlieren? Ich weiß es nicht, vielleicht auch nicht.

Ja - wie gesagt - es erschien in nature.Ich verlinke euch das Ganze auch noch mal. Leider kann man da nicht gerade die gesamte Studie einsehen. Aber dann wisst ihr zumindest mal, wo es her ist. Und vielleicht weise ich noch mal darauf hin - auch unter diesem Aspekt -, dass Omega-6-fettärmste Kochbuch. Es ist kein Kochbuch. Es ist ein Sachbuch. Es ist ein Esssucht-Buch. Aber alle Rezepte da drin sind so wahnsinnig fettarm, wie in keinem anderen Buch, dass ihr jemals gelesen habt. Denke ich. Höchstens vielleicht Essens-Themen. Wenn überhaupt. Wenn überhaupt der damit Herz-Kreislauf-Erkrankungen therapiert.

So, das war es. Wenn euch das Video gefallen hat, gebt mir einen Daumen hoch. Wenn ihr keins meiner Videos verpassen wollt, abonniert mich. Wenn ihr Fragen habt, gerne unten drunter. Die beantworte ich gerne.

Und wir sehen uns Donnerstag. Zu: Weiß ich noch nicht.

Macht’s gut. Bis dann.

Eure Silke


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