Warum ist es so schwer die Ernährung bei Diabetes umzustellen?

Warum ist es so schwer die Ernährung bei Diabetes umzustellen?

Nach meinem letzten Artikel und nach einigen wenigen Diskussionen mit Diabetikern in einer Diabetiker Facebookgruppe, wurde ich aus der Gruppe entfernt.

Ein Mitglied hatte mich gefragt, was ich denn in der Gruppe wolle, wenn ich doch geheilt sei von Diabetes. Daraufhin habe ich erklärt, dass ich selber nicht von Diabetes betroffen sei (wie auch, bei dieser Ernährung), dass ich aber angehende Ärztin und Expertin für Heilung von Typ-2-Diabetes mit der richtigen Ernährung sei und wissen wolle, was Diabetiker davon abhält, ihre Ernährung umzustellen. Wissen sie nicht, was man tun muss? Sind sie süchtig nach falscher Nahrung? Oder sind sie verwirrt über die unterschiedlichen Empfehlungen? Oder gibt es Gründe, die sich mir bisher noch gar nicht erschlossen haben?

Dieses Mitglied hat sich dann beim Administrator darüber beschwert, dass ich überhaupt aufgenommen wurde. Der Administrator hat dieser Sichtweise offensichtlich zugestimmt und mich entfernt.

UND er hat in der Folge unter mein Video gepostet, dass ich überheblich und missionierend sei und dass der Arztberuf nichts für mich wäre. – Na dann!

Als angehender Psychiater frage ich mich natürlich: Was geht in diesen Menschen vor?

Warum wollen sie nichts davon hören, dass ihre Krankheit heilbar ist? Ist der sekundäre Krankheitsgewinn zu groß, sprich der unbewusste Nutzen? – Manche Menschen wollen krank sein, weil man sich dann um sie kümmert, sich um sie sorgt, ihnen Zuwendung gibt etc.

Oder geht das Ganze noch tiefer? Wollen Menschen keine Verantwortung für die Verursachung ihrer Krankheit übernehmen?

Möglicherweise sind es mehrere Faktoren.

Ich denke mir, wenn man sich nicht eingesteht, dass eine Krankheit heilbar ist, kann man davon ausgehen, dass die Schritte, die man unternehmen muss (scheinbar) nicht ganz so anstrengend. Ich stelle mir das so vor:

Eine Überschwemmung in deiner Küche und du versuchst mit Abschöpfen des Wassers auf dem Boden diese Überschwemmung zu beseitigen.

Das ist mein Gleichnis für die gängige Diabetestherapie.

Wir versuchen den Wasserspiegel so niedrig zu halten, wie wir irgendwie schaffen, meistens mit Medikamenten, so dass der Rest der Wohnung halbwegs trocken bleibt. (Man nicht seine Augen, Extremitäten und Nieren verliert). Der Diabetiker glaubt, das sei alles, was er unternehmen könne: Mit aller Kraft den Boden aufwischen, egal wie ermüdend das ist und wie oft er nicht hinterherkommt.

Stattdessen gäbe es aber auch die viel effektivere Möglichkeit einfach mal zu gucken, wo das Wasser herkommt. Festzustellen, dass das Spülbecken überläuft, weil der Abfluss verstopft ist und deshalb, weil niemand den Wasserhahn zu dreht! Das mag zunächst mal anstrengend sein. Man muss seine Perspektive ändern. Den Arsch hochkriegen. Mit beiden Beinen auf dem Boden stehen. Und mal was anderes probieren, als man bisher probiert hat.

Das Spülbecken ist in unserem Gleichnis die insulinresistete Fett- oder Muskelzelle, die so überfüllt mit Fett ist, dass sie keine Energie mehr aufnehmen kann und will und der Wasserhahn ist die Hand des Diabetikers, die immer weiter und weiter Fett und Zucker zum Mund führt.

Die Lösung bei Typ-2-Diabetes ist nicht nur die Werte (wie das Wasser) auf halbwegs unschädlichem Niveau zu halten. Die Lösung ist, den verstopften Abfluss frei zu legen und den Hahn zuzudrehen.

Ich denke, eine radikale Ernährungsumstellung erfordert auch eine radikale Persönlichkeitsentwicklung zu der viele Menschen nicht bereit sind.

Ich habe mich daher entschlossen an dieser Stelle nicht in erster Linie für Diabetiker zu schreiben, was mein ursprünglicher Plan war. Sondern für Suchtesser! – Die haben genug Leidensdruck, um etwas zu unternehmen. Diabetiker scheinbar nicht.

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