Selbstsabotage in der Esssuchttherapie

Sich aus einer Sucht zu befreien ist nicht leicht. Da macht Esssucht keinen Unterschied, auch wenn die Substanzen nicht so stark auf das Belohnungssystem wirken wie Nikotin oder Kokain. Vielleicht ist das so umso schwerer, da wir wirklich überall von Drogennahrung umgeben sind. Was kann man also tun, um nicht immer und immer wieder rückfällig zu werde, sobald man sich aus der Abhängigkeit befreit hat? Darum geht es in diesem Video.


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Transkript:
Hi und herzlich willkommen!
Heute zum Thema “Selbstsabotage bei der Esssuchttherapie", denn ich habe einen Kommentar von
Klaus erhalten, der mir schreibt: “Hallo Silke! Master of Selbstsabotage hier. Ich kann das alles
bestätigen, was du erklärst. Jetzt muss ich nur noch lernen, nach wochen- oder monatelangen
Challenge - Tagen nicht wieder auch die Drogen-Nahrung reinzufallen. 30 runter, 35 rauf. So geht
das jetzt seit Jahren. Mittlerweile mit den üblichen Folgeerscheinungen, vor denen du ständig
warnst.”
Ja. Denn mein “Raus aus der Lustfalle”- Programm, das Geleitete, ist ja jetzt wieder geöffnet. Man
kann es wieder buchen, seit letzter Woche Samstag. Wird noch geöffnet sein bis nächste Woche
Mittwoch. Buchbar unter www.silke-rosenbusch.de/lustfalle, da findet ihr dann auch alles Weitere
darüber.
Nichtsdestotrotz muss man es ja nicht mit meinem Programm machen. Man kann auch einfach nur
das Buch kaufen, sich durchlesen, es tun. Und Klaus hat früher schon mal in den in den “Raus aus der
Lustfalle”- Challenges bei Facebook mitgemacht. Und es ist eben schwer, dauerhaft kognitiv dabei zu
bleiben, das Gelernte umzusetzen, quasi. Denn ich habe ja letzte Woche darüber gesprochen, dass
wenn man erst mal den Entzug hinter sich gebracht hat, man nicht mehr getriggert wird, bzw. keine
Gelüste mehr hat und das ist super.
Und in der “Raus aus der Lustfalle”- Facebookgruppe, da hat auch jemand geschrieben: “Ja, hör mal,
warum willst du es denn zweites Mal machen? Ich dachte, einmal reicht?" Einmal challengen reicht
theoretisch auch aus. Man hat drei Wochen lang komplett drogenfrei gegessen. Der Entzug ist
vorbei, man hat keine Gelüste mehr. Aber ihr glaubt doch nicht, dass sich jemand dann sagt: “Ja
super, ich habe jetzt keine Gelüste mehr. Ich habe den Entzug hinter mich gebracht. Ich passe jetzt
darauf auf, dass ich nicht mehr in die Lustfalle tappe." Oder doch, eigentlich sagen sie sich das schon.
Sie sagen sich “ah ja, jetzt bin ich immun, quasi." Sie sind natürlich nicht immun. Also es läuft wie
folgt ab. Man ist jetzt endlich, nach drei Wochen “Raus aus der Lustfalle”- Challenge, frei von
Gelüsten. Und das ist auch ganz wunderbar. Und dann gerät man in, was wir das Stadium der
unbegründeten Sicherheit nennen. Man fühlt sich zu sicher. Man denkt “ha cool. Ich habe ja voll die
Widerstandskräfte. Das ist ja total cool." Und dann kommt man auf dumme Gedanken und denkt
sich: „also a) den Entzug habe ich jetzt geschafft. Wenn ich einmal den Entzug geschafft habe, dann
schaffe ich den Entzug immer wieder. b) ja, ich kann ja einfach nur mal... also ich bin jetzt mit
Sicherheit so wahnsinnig stark und so widerstandsfähig, dass ich jetzt auch einfach nur mal Drogen-
Nahrung essen kann." Und das ist auch in Ordnung so, wenn man weiß, was für Konsequenzen das
für einen hat. Ja und dann geht derjenige, der gerade frei von Gelüsten ist, hin - ohne Gelüste zu
haben - doch einfach mal irgendetwas zu probieren. Sei es auf einer Familienfeier oder so. Oder sei
es, weil gerade die Gelegenheit da war und man ein Stück Schokolade angeboten bekommt und man
sich dann denkt: “ja, ich will das jetzt nicht ablehnen oder ich bin der Einzige, der keine Schokolade
nimmt.” oder so. Aus welchem Grund auch immer. Man isst ein bisschen davon und dann stellt man
fest: “schmeckt ja gar nicht so geil, wie ich dachte. Hat ich jetzt auch ganz so befriedigt. Ja, dann bin
ich ja wohl geheilt jetzt. Cool. Ja dann kann ich das jetzt öfter machen.” Und das ist dann der Anfang
vom Ende. Denn man macht das dann öfter. Obwohl es ja gar nicht mehr so lecker schmeckt. Und ja,
nachdem man das dann ein-, zweimal gemacht hat, sitzt man eben tatsächlich wieder in der Lustfalle
drin. Also das einzige, wonach ich sonst süchtig war, was auch echt schlimm ist, sind Zigaretten. Und
bei Zigaretten funktioniert es ganz genau, exakt genau so. Denn man hat den Entzug geschafft. Man
hat keine Gelüste mehr darauf. Aus irgendeinem Grund, aus Geselligkeit, raucht man dann eine mit.Und man denkt: “scheiße, die schmeckt überhaupt gar nicht. Und mir wird ja auch noch schwindelig
darauf. Und meine Hände stinken danach. So ein Scheiß. Zigaretten sind Dreckzeug. Gottseidank bin
ich kein Raucher mehr." Bis man dann wieder eine schnorrt und wieder eine schnorrt und eine
Packung kauft.
Und dann hat man wieder Gelüste danach, also ein craving. Also wann man will dann eine rauchen.
Die Sucht ist wieder da. Und jemand, dem es so ergeht wie Klaus, der muss schlussendlich lernen,
wie er tickt. Und das sage ich auch in dem Buch. Ich könnte einfach hingehen und in dem Buch
schreiben, du darfst ab sofort nie wieder Drogen-Nahrung essen. Wie die Anonymen Alkoholiker das
ja schlussendlich auch machen. Zähl deine Tage. Ein Alkoholiker ist immer ein Alkoholiker und darf
nie wieder irgendwas mit Alkohol anrühren. Nicht mal ein Mon chéri oder Nudelsauce mit Wein drin
oder irgendsowas. Mittlerweile ist die Suchttherapie - also die Anonymen Alkoholiker nicht - aber die
Suchttherapie ist da ein bisschen anders. Denn wenn es jemandem gelingt, kontrolliert zu
konsumieren - so dass er sich selbst nicht schadet - dann wäre das eine Herangehensweise, die man
auch praktizieren könnte. Und ob das gelingt oder nicht, hängt davon ab, wie stark süchtig jemand
tatsächlich ist. Denn viele Leute, wenn man denen sagt - also Alkoholiker sag ich jetzt mal - “du
darfst nie wieder Alkohol trinken. Nie, nie wieder”, dann machen die dicht. Dann sagen die von
vornherein: “nee. Das Leben kann ich mir nicht vorstellen. Das wird grauenvoll. Das schaffe ich auch
gar nicht.” und so. Wenn man denen aber sagt: “Wir können daran arbeiten, dass du kontrolliert
konsumieren kannst.”, dann sind die viel bereiter, sich überhaupt auf eine Therapie einzulassen und
können dann ja immer noch entscheiden, wie es ihnen mit dem Entzug geht oder nicht. Und ob sie
weiter trinken wollen oder nicht. Und wie viel sie trinken wollen - und so weiter - oder nicht. Oder
ob sie es irgendwie in den Griff kriegen, ob sie einen anderen Kontrollmechanismus finden. Ja und so
gehe ich da schlussendlich auch vor. Man hat zwei Möglichkeiten. Entweder immer abstinent
bleiben, dann bleibt man frei von Gelüsten und nimmt sein Wunschgewicht an und wird frei von
allen möglichen Krankheiten. Aber man hat auf der anderen Seite eben den Punkt, dass man sich
denken muss: “so, ok. Dann keine gesellschaftlichen Ausnahmen mehr. Dann kann ich nicht mal
einen Burger essen, nicht mal an Weihnachten Christstollen essen oder einen Lebkuchen, kann ich
nicht mal was im Urlaub nett essen." Das will aber wahrscheinlich keiner. Oder die Leute sagen dann:
“Nee, das ist sowieso nichts für mich." Also gehe ich eigentlich so dahin, dass ich versuche zu lehren,
jemanden beizubringen, wie er kontrolliert konsumieren kann. Denn auch ich will ja kontrolliert
konsumieren. Ich will auch mal ein veganes Ben & Jerry's Eis essen.
Und damit das klappt, muss man zunächst mal rausfinden, was für ein Typ man ist. Wie der eigene
Rückfall aussieht. Daher ist das völlig in Ordnung, wenn man mal, dann, nachdem man die Challenge
gemacht hat, nachdem man drei Wochen entzügig war, wieder was anderes ist. Und wie man darauf
reagiert und ob man wieder in die Lustfalle reintappt. Und wenn man wieder reintappt, dann
funktioniert die Drei - Wochen - Raus aus der Lustfalle - Challenge auch wieder, um da
herauszukommen. Also man weiß zumindest, nachdem man es einmal gemacht hat: so komme ich
da wieder raus, so geht das wieder weg. Und dann muss man so ein paar andere Sachen lernen. Zum
Beispiel, wenn ich an einem Tag gegessen habe, wie gehe ich am nächsten Tag damit um, dass ich es
wieder will. Ich habe letztens zum ersten Mal Lay’s Chips gekauft. Die waren schrecklich, die waren
ganz schrecklich. Das sind die süchtig machendsten Chips überhaupt. Ich habe tatsächlich an einem
Tag die ganze Packung leer gemacht, was ich bei keinen anderen Chips jemals mache. Ich stehe nicht
sonderlich auf Chips, ich steh auf Süßes. Und dann musste ich drei Tage lang noch an die denken.
Denn immer, wenn ich so zwischendurch irgendwie Gefühle hatte, im Sinne von: mir ist langweilig
oder ich will irgendwas knabbern, kamen mir die Chips in den Kopf. Ganz schrecklich. Ist mittlerweilewieder weg, war nach ein paar Tagen weg. Aber dann wusste ich plötzlich, wie es meiner
Kursteilnehmerin geht, die nicht immer Kessel Chips kauft, wenn sie die Chips will, und deren
favorisierte Drogen-Nahrung Chips sind, sondern Lay’s Chips. Die sind ganz, ganz schrecklich.
Also man muss damit umgehen lernen, wie es am nächsten Tag für einen ist, die Gelüste zu haben.
Man kann denen nämlich dann auch widerstehen. Also dann drei Tage Arbeit und das Zeug geht
wieder weg. Oder vier Tage Challenge und die Gelüste sind wieder weg. Wenn man dann aber nicht
aufmerksam ist, dann kauft man sich ganz schnell wieder eine Packung und wieder eine Packung,
wieder eine Packung und dann ist man schon wieder drin.
Das Andere, dass da hinzukommt ist, dass wir in aller Regel essen, weil wir Probleme haben, extreme
Gefühle haben oder weil uns langweilig ist. Oder weil wir Stress haben oder sonst was. Und diese
Sachen, alles was das Essen triggert, die ganzen Gefühle, die sollte man nach Möglichkeit vermeiden.
Das heißt, man muss sein Leben ändern. So, dass es einem passt. Wer 60 Stunden die Woche
arbeiten geht, der darf sich nicht wundern, wenn er rückfällig wird. Weil er kognitiv nicht da ist, dass
er sich auf das Essen konzentrieren kann. Man muss dann nämlich selber kochen. Man muss ganz
bewusst seine Gefühle wahrnehmen. Man braucht ein Ventil für den Stress. Dann muss man
vielleicht heruntergehen auf weniger Stunden, dass man entzügig bleiben kann oder kontrolliert
Ausnahmen machen kann. Wer das will, kann nicht 60 Stunden arbeiten oder in einer destruktiven
Beziehung bleiben. Oder sich immer an denselben Sachen mit seinen Kindern aufreiben oder weiß
der Geier, was alles so Stressfaktoren sein können.
Dann kommt die Arbeit an der Persönlichkeit, die Arbeit am eigenen Leben, die Verbesserung der
Lebensumstände usw. und so fort, dass man einfach keine Situation mehr hat. Oder weniger
Situationen, also keiner hat ein perfektes Leben, dass man weniger Situationen hat, wo man dadurch
getriggert wird, Sachen zu essen. Und das ist definitiv das Härtere. Es gibt auch Coaches, die machen
nur das und sagen dann: “okay, dann löst sich die Sucht in Luft auf." Also arbeite an deinem Leben,
an deiner Persönlichkeit, an deiner Reaktion auf Sachen, an Gedankenmustern, an Glaubenssätzen
und all so ein Zeug. Ich finde das nicht gut, denn ich finde, es dauert zu lange bis man Resultate sieht.
Wenn man seine Gefühle mit Essen zuschüttet, kommt man nicht so richtig an diese Gefühle ran.
Also wenn man entzügig ist, sieht man das viel leichter und viel klarer, was die Probleme im eigenen
Leben sind. Und natürlich hat man auf somatischer Ebene auch Auswirkungen auf die Körperlichkeit.
Ich würde sagen, wenn man mit positivem Denken und Psychotherapie, und diesem ganzen Zeug,
eine Sucht beseitigen möchte, dann dauert es ein paar Jahre. In der Zwischenzeit trinkt derjenige
aber auch weiter, kommt nicht so konkret daran, seine Gefühle zu bearbeiten. Und natürlich auch,
weshalb Psychotherapie bei Süchtigen nicht gemacht wird. Die machen eine Entzugstherapie, aber
nicht Psychotherapie, während sie noch süchtig sind. Weil sie dazu neigen, die Sachen, die
hochkommen, auch wieder mit Alkohol in sich rein stecken zu wollen. Also quasi, die verbauen ihren
eigenen Zugang zu den Gefühlen, die in der Psychotherapie hochkommen. Daher muss erstmal eine
Entzugstherapie gemacht werden. Dann muss man stabil sein in dem Entzug. Und dann erst, wenn
klar ist, dass die nicht sofort fällig werden, wenn irgendwelche Gefühle hochkommen in einer
Psychotherapie, kann diese Psychotherapie überhaupt erst gemacht werden. Und das ist beim Essen
ganz genauso. Das ist alles genau das Gleiche. Daher: solange man das nicht kann, muss man eben
abstinent bleiben.
Oder man muss lernen, wie ich Klaus auch drunter geschrieben habe, dass man vielleicht nicht
derjenige ist, der eine Ausnahme machen kann.
Ich habe eine Kursteilnehmerin, die auch keinerlei körperliche Probleme hat, durch ihre
Fehlernährung, die einfach sagt: es ist ungleich leichter, abstinent zu essen, nur challengetauglicheWie
gesagt, käuflich zu erwerben bis nächste Woche Mittwoch, unter
www.silke-rosenbusch.de/lustfalle. Genau, zehn Plätze gibt es, solange Vorrat reicht.
Das soll's gewesen sein, ist sowieso schon wieder viel zu lang geworden, das Video.
Ich bin so dankbar, dass mein Kind ruhig ist. Großartig.
Das war’s.
Ich sag Ciao, macht’s gut.
Bis Donnerstag.
Eure Silke


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  1. Pingback: Wie fängt man am besten mit Gemüsefrühstück an? - Silke Rosenbusch

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