Welche Still-Empfehlung gibt die WHO und warum?

Nur 20% aller Frauen stillen ihr Kind in den ersten 6 Lebensmonaten voll, füttern es also ausschließlich mit Muttermilch. Wahrscheinlich noch weniger folgen der Stillempfehlung der WHO der sich die Deutsche Hebammengesellschaft anschließt nämlich bis zum vollendeten 2. Lebensjahr weiter zu stillen, während das Kind auch bereits richtige Nahrung zu sich nimmt. Warum die WHO das empfiehlt und welche Vorteile ich selbst im Stillen sehe, erzähle ich in diesem Video.


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Transkript:

Hi und herzlich willkommen! 

heute wieder bei Lilly und mir, die sich gerade erschrocken hat, als ich anfing zu erzählen zum Thema „Stillen“. Was ich hier in diesem Video erzähle, ist nicht neu. Es stand schon vor ein paar Monaten imÄrzteblatt.Ist unabhängig davon, aber auch nicht neu. Ich wollte es aber erst erzählen, nachdem ich selber am Stillen bin. Und da das jetzt der Fall ist, jetzt dieses Video.

Tut mir leid für alle Leute, die irgendwie nicht gerade mit Babykram zu tun haben, dass ich am Montag ein Baby-Thema bringe. Aber es geht ja montags schlussendlich immer um optimale Ernährung für Homo Sapiens. Und da vielleicht um Homo Sapiens in jeder Altersklasse. Und auch für Babys ist es relevant, dass sie sich optimal ernähren, um später in der Folge, Krankheiten zu verhindern.

Und da sind wir beim Stillen. Ich entnahm dem Ärzteblattvor ein paar Monaten, dass 20 % aller Mütter ihre Kinder nicht voll stillen in den ersten sechs Monaten. Dieses Video soll explizit kein nicht-still-Shaming sein. Ich glaube so was gibt's, denn ich habe so eine App - so eine Baby plus App- und immer, wenn es da ums Stillen geht, dann schreiben die da explizit hin, „nicht alle Babys werden gestillt, daher könnte dieser Inhalt für Sie nicht relevant sein“. Das Schreiben sie leider nicht bei allen Sachen die sie über Partner schreiben. Also, wie der Partner helfen kann. Da schreiben sie nicht „nicht alle Kinder werden von zwei Elternteilen erzogen, also bitte, wenn du keinen Partner hast, dann ist das für dich nicht relevant“. Das checke ich selber in dem Moment. Naja, also es soll kein Shaming sein: jede Mutter entscheidet selber, wie sie mit ihrem Kind umgeht, was sie machen will und niemandem steht es zu, da reinzureden, das geht überhaupt gar nicht. Genauso wie ungefragt Ratschläge zu erteilen. Ich weiß nicht, das passiert oft, dass andere Mütter mir - oder überhaupt frischgebackenen Müttern ungefragt Ratschläge erteilen. Ich habe sogar schon an der Kasse bei Aldi den Ratschlag bekommen, nicht auf den Ratschlag anderer Mütter zu hören. Es ist ganz schlimm, Müttern ungefragt Ratschläge zu geben, in Bezug darauf, wie sie mit ihren Kindern umgehen. Ist genauso schrecklich, wie anderen Leuten bei Tisch zu sagen, wie sie essen sollen oder was sie essen sollen. Vielleicht unter dem Aspekt können sich diejenigen, die betroffen sind, vorstellen wie schrecklich das ist. Also, geht gar nicht. Man muss darauf warten, sowohl beim Essen als auch bei der Kindererziehung. Wenn derjenige zu einem kommt und fragt: „Hör mal, ich habe das und das Problem mit meiner Ernährung oder mit meinem Kind. Du hast doch drei, kannst du mir ein Tipp geben?“, vorher nicht. Ist total uncool, kommt total mies an.

Aber gut, kommen wir zum Stillen. Ich habe mich natürlich für das Stillen entschieden, aus genau diesen Gründen. Es gibt Frauen, die nicht stillen können, die aus anatomischen Gründen nicht stillen können, weil die Brustwarzen so sind, dass das einfach anatomisch nicht funktioniert: Babymund und Nippel. Und so, es gibt aber auch Frauen, die haben zu wenig Milch. Es gibt Frauen, die lagen vielleicht, weil sie Corona hatten in der Schwangerschaft, die ersten drei Wochen im Koma und die Milchproduktion ist nicht so richtig angekommen, oder solche Sachen. Also alles Mögliche kann passieren. Also wenn die hier schreiben, 20 % der Mütter stillen nicht die sechs Monate voll, wie es die Weltgesundheitsorganisationempfiehlt. Voll stillen bedeutet, dass das Kind die ersten sechs Monate nichts anderes bekommt als Muttermilch. Dann glaube ich nicht, dass 80 % der Frauen anatomische Probleme haben oder mit Covid um den Entbindungstermin herum auf der Intensivstation lag oder sonst was. Irgendwas anderes muss da los sein. Und falls jemand von euch, eine von diesen Frauen ist, würde mich interessieren, was. Meine Schwester z. B. hat nach vier Monaten abgestillt, weil es für sie und für das Kind frustrierend war. Ich nehme an, Milchproduktion war einfach nicht ausreichend oder so. Keine Ahnung. Wobei das natürlich auch damit zusammen hängt, ja, wie viel man stillt. Also schlussendlich bestimmt das Kind die Menge, die die Brust produziert. Und die Brust kann… jede Brust kann pro Tag einen Liter ungefähr produzieren an Milch. Das Kind muss nur entsprechend den Reiz geben. Naja, also wer früher aufgehört hat zu stillen, der möge mir das gern unten drunter schreiben.

Andererseits gibt es dann auch Frauen hier wie meine Tagesmutter. Also, ich habe eine Tagesmutter klar gemacht für nächstes Jahr, wenn ich wieder anfangen gehe zu arbeiten. Eine, die auf meine speziellen Ernährungswünsche für meine Tochter eingehen kann. Die konnte nicht stillen aus anatomischen Gründen und hat dann, was hat sie gesagt, 14 Monate, glaube ich, abgepumpt und dann das Kind gefüttert. Wahnsinn! Ich habe vier Tage abgepumpt und gefüttert nebenbei. War die Hölle! Also… ja schrecklich: abpumpen, zufüttern. Schrecklich. Also so jemand hat meine vollste Bewunderung und mein vollstes Mitleid, dass so was passieren muss.

Ok, also, was im Ärzteblattstand, war, dass der Verband deutscher Hebammen sich der Stillempfehlung der Weltgesundheitsorganisationanschließt. Das ist sehr klug. Wie sind die Empfehlungen derWeltgesundheitsorganisation? Sechs Monate soll das Kind ausschließlich Muttermilch bekommen. Da sei alles drin, was ein Baby braucht. Ich kann es mir kaum vorstellen in Anbetracht dessen, was ich alles essen muss, um alles zu bekommen, was mein Körper braucht, dass man ein einziges Nahrungsmittel sechs Monate essen kann und da alles drin ist, was man braucht. Krass. Aber wenn die Wissenschaft das sagt. Ihr kennt mich, dann glaube ich das.

Aber Muttermilch kann ja noch mehr: Muttermilch hat einen zirkadianen Rhythmus. D. h. sie hat morgens eine andere Zusammensetzung als sie es z. B. abends hat. Oder sie ist zu Anfang dünner. Also wenn das Baby anfängt zu trinken die ersten paar Minuten ist es noch wässriger, so kann das Baby erstmal seinen Durst stillen und danach seinen Hunger. Und genau, wird danach dann fester. Dann kann Muttermilch darauf reagieren, dass das Baby krank ist und dann entsprechend Antikörper produzieren, die dem Baby helfen, diese Krankheit abzuwehren. Und das ist doch der Hammer! Also was für eine coole, geile Scheiße ist das denn, dass das die Muttermilch so individuell ist? Und, wie gesagt, die Brüste produzieren exakt genauso viel, wie das Kind braucht. Einziger Haken daran ist natürlich, wenn man dann eine Mastitis entwickelt, so wie ich euch letzte Woche erzählt habe, dann muss man weiter stillen. Dann kann man nicht einfach pausieren, denn sonst gibt es noch mehr Milchstau, der zu noch mehr Mastitis führen kann. Und wenn man dann trotzdem abstillen würde, oder zumindest eine Zeit lang pausieren würde, dann würde die Brust natürlich die Produktion runterfahren und dann kriegt man das Kind nicht satt. Also das ist dann blöd, Wenn irgendwie eine Brust ausfällt, ist das in der Tat ziemlich blöd. Ansonsten ist Stillen der Wahnsinn. Hinzu kommt dann natürlich noch: kein Abwasch. Ich finde das so mega praktisch, dass ich das Essen immer bei perfekter Temperatur und steril mit mir herumtrage. Jeder Zeit. Ich finde es ganz schlimm, auf ein hungriges Kind zu reagieren - wie gesagt, ich habe vier Tage abgepumpt - auf ein hungriges Kind zu reagieren, dann aber erst die Milch entsprechend auf eine passende Temperatur kriegen zu müssen und es dann in das Kind rein kriegen müssen über irgendeine Vorrichtung, die nicht eine Brustwarze ist. Wir haben eine, wie heißen die? Habe ich schon vergessen. Medela-Flaschehat mir die Hebamme ausgeliehen. Die ist dem Nippel nachempfunden in dem Sinne, als dass das Kind sich ein bisschen mehr anstrengen muss, daraus zu saugen. Hat Lilly nicht angenommen. Ich habe sie gefüttert über einen Finger und dann mit einer Spritze nebenbei die Milch rein laufen lassen. So völlig hochgradig suboptimal war dieses Zufüttern und so Nippel funktioniert einfach wesentlich besser. Das ist so ultra praktisch. Also mich nervt mein eigener Abwasch mega. Wenn ich auch noch Lillys Abwasch hätte, das wäre noch furchtbarer. Und dann, wo war ich, bei Abwasch? Ach ja, das Geilste ist ja, wenn ein Kind dann an der Brust einschläft und dann an einem Punkt ist, wo es satt ist und dann anfängt, selig zu lächeln, den Kopf zur Seite dreht, so in einem hohen Bogen und dann den Kopf dreht und dann „klatsch“ auf der Brust ablegt. Ich wünschte, ich hätte auch so was, so ein riesengroßes Kissen, wo eine supergeile Flüssigkeit drin ist, die mit Kasomorphienen gefüllt und Zucker und weiß der Geier was. Und wenn ich fertig bin, dann brauche ich aber völlig schlaftrunken und selig wieder drauf fallen lassen und kann dann weiter pennen. Ey, wie cool. So was, also ich finde es auch einfach für die Mutter wesentlich praktischer zu stillen in jeder Hinsicht. Also für Frauen, die eher faul sind, ist das auf jeden Fall die bessere Variante.

Dann hat das natürlich noch gesundheitliche Vorteile unabhängig davon. Abgesehen davon, dass das Kind so automatisch die Medikamente für den Fall, wenn es krank sein sollte, bekommt durch die Muttermilch, werden sowohl Mutter als auch Kind durch das Stillen vom metabolischen Syndrom geschützt oder auch für Typ-2-Diabetes. Und die Mutter wird auch noch geschützt vor Brustkrebs und Eierstockkrebs durch das Stillen. Also das ist in jeder Hinsicht einfach die optimalste Lösung sowohl für Mutter und Kind und deswegen ist es irgendwie erschreckend, dass nur 20 % es so umsetzen, wie die WHOes in den ersten sechs Monaten empfiehlt. Es geht ja noch weiter: dieWHOempfiehlt in den ersten sechs Monaten voll zu stillen und bis das Kind zwei Jahre alt ist immer noch neben fester Kost zusätzlich zu stillen. Auch einfach deswegen, weil die Muttermilch so voller Nährstoffe ist, weil da Antikörper mit drin sind, weil das einfach das ist. Ihr kennt das mit der Laktoseintoleranz: bis zum zweiten Lebensjahr bildet der menschliche Körper noch Lactase, das Enzym, was die Milch, also die Laktose, den Milchzucker spaltet, wenn das nicht mehr gebildet wird, dann verträgt man das nicht. Wir meisten Menschen in der westlichen Welt sind Mutanten. Wir haben uns angepasst, wir bilden jetzt weiter Lactase auch als Erwachsener noch, obwohl wir Säugetiere sind und eigentlich am zweiten Lebensjahr mit aufhören und das ist dann auch der Moment, wo man halt abstillt oder abstillen sollte.

Na ja, ich erinnere mich im Medizinstudium im fünften Semester da hatten wir Geschichte und Ethik der Medizin. Da wurde gelehrt, dass bereits um die Jahrhundertwende von hier zum 19. Jahrhundert hin, auch die Regierung Werbung machen muss, dafür dass die Frauen stillen sollten. Also es ändert sich irgendwie nie irgendwas. Ich kann mich auch erinnern, dass im Abitur wir Texte gelesen hatten von den antiken Griechen, die Angst hatten, dass die Welt untergeht, bzw. aufgrund der Abholzung der Bäume in Athen es irgendwie zu Naturkatastrophen kommt und dann die Natur zerstört wird. Und das ist jetzt zweieinhalb tausend Jahre her und die Natur ist immer noch da. Wobei, brennt es in Griechenland nicht auch gerade wieder? Ich weiß es nicht. Naja, also es ändert sich alles nicht.

Wenn ihr Mütter seid, wenn ihr gerade ein Kind erwartet, wenn ihr Frauen kennt, die ein Kind erwarten, dann bitte gebt die Stillempfehlung weiter, die Stillempfehlung der Weltgesundheitsorganisation.Das ist für alle Beteiligten nicht nur gesundheitlich das Beste, sondern auch das Bequemste und auch - was noch - das Gesündeste im Sinne vom Genährt werden.

Ich weiß gar nicht warum das in Deutschland „stillen“ heißt, während es im Englischen „to nurse“ heißt, also „nähren“. Ich glaube „stillen“, weil man das Baby damit still macht. Was auch stimmt.

Ok. Und dann hieß es im Juli jetzt, dass die Bundesregierung eine nationale Strategie zur still-Förderung ins Leben gerufen hat. Das war ein Konglomerat von Jens Spahnund Christine Lambrecht,der Familienministerin, und Julia Klöckner, die jetzt der Meinung ist, ihre große Aufgabe sei es, sich für die Ernährung der Säuglinge und Kleinkinder einzusetzen, auf das was die in den ersten 1000 Tagen essen, also so schreibt das Ärzteblatt, dass einfach das Stillen größere Akzeptanz in der Gesellschaft bekommen soll. Im Sinne von, dass man mehr draußen stillen kann, dass es mehr Stillmöglichkeiten gibt, und nicht irgendwie nur beidm.Dass Arbeitgeber dem Stillen offener gegenüberstehen und solche Sachen, einfach weil die Vorteile einfach alles überwiegen. Das ist der Hammer. Also stillen ist ganz, ganz, ganz großartig.

Bist du auch der Meinung? Du willst wahrscheinlich wieder gestillt werden, deswegen wieder Bewegung. Ja, sollen wir dich auch stillen? Habe ich so viel darüber gesprochen, dann können wir mal gucken, ob du mal wieder Hunger hast.

Ja, das soll es gewesen sein. Ich verlinke euch Quellen unten drunter und hoffe, nächste Woche kommt auch mal wieder was für Leute, die nicht gerade ein Baby zu Hause haben.

Das war´s, ich sage ciao! Macht's gut! Bis Mittwoch zu „was ich an einem Tag esse“ denke ich, es sind weniger Kalorien geworden. Ich bin gespannt wie viele und wie viele Nährstoffe.

Bis dann.

Eure Silke.


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  1. Pingback: Was ich als stillende vegane Ärztin an einem Tag esse # 151 - Silke Rosenbusch

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